Richtig und Rechtzeitig

Hallo Gemeinde! Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass man Situationen nicht nur richtig, sondern auch rechtzeitig einschätzen muss. In Deutschland haben Experten sehr früh erkannt, dass etwas gegen das neue Virus unternommen werden muss. Darum geht es uns noch verhältnismäßig gut. In den Tagen vor Jesu Tod gab es unter seinen Jüngerinnen und Jüngern niemanden, der die Situation richtig eingeschätzt hat. Eine Frau aber war geistesgegenwärtig! Sie hat mit Verstand, Herz und Glauben auf die Lage geblickt und daher als einzige richtig gehandelt.

Predigt über Markus 14,3−9 vom 5. April 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees

Das normale Leben ist eine Illusion

Hallo Gemeinde! Normalität ist das, wonach sich derzeit Millionen von Menschen sehnen. Normalität ist das, wonach sich derzeit Millionen von Menschen sehnen. Wenn wir auf die Geschichte schauen, stellen wir fest, dass vermeintliche Normalität ganz oft durch Gewalt hergestellt wurde. Die Europäer setzten ihre Vorstellung von Normalität in ihren Kolonien in Afrika und Amerika durch. Lange Zeit galten schwule und lesbische Menschen als abnormal. Man wollte sie zur Normalität umerziehen oder hat sie unterdrückt. In Jerusalem hat man vor 2000 Jahren einen Mann verhaftet und getötet, weil man meinte, so auch wieder Normalität herzustellen. Menschliche Normalität ist manchmal nicht, was sie zu sein scheint.
Am Sonntag Judika hören wir in den Texten der Bibel, dass es das normale Leben gar nicht gibt, aber Christus genau darum gestorben ist, damit er uns das ewige Leben bei Gott schenkt.

Predigt über Hebräer 13,12−14 vom 29. März 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.

 

Schaut hin, ein Wunder!

Hallo Gemeinde! Das Corona-Virus breitet sich weltweit aus. Viele Menschen haben nun Angst, vor allem diejenigen, die zur sog. Risikogruppe zählen – und diese Angst ist nicht unbegründet. Zwar verläuft die Infektion für viele Menschen harmlos. Manche brauchen aber intensive medizinische Versorgung. Einige sterben auch. Würde sich das Virus ungehindert ausbreiten, bräuchten bald mehr Menschen medizinische Hilfe, als von den Kliniken versorgt werden könnten. So müssten Menschen sterben, die unter anderen Umständen gerettet werden könnten.
Um das zu verhindern, haben wir in Deutschland das gesamte öffentliche Leben lahmgelegt. Geschäfte sind geschlossen, Veranstaltungen fallen aus, Menschen bleiben daheim. Diese Maßnahmen verlangen uns viel ab und werden einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Genau darum sind sie nicht selbstverständlich. Dass wir als Gesellschaft jetzt zusammenstehen, ist richtig, aber nicht selbstverständlich.
Wir erleben den größten Zusammenhalt in unserer Gesellschaft seit Jahrzehnten: Die Starken verzichten für die Schwachen, die Jungen für die Alten. Jeder hat Verständnis und wer helfen kann, hilft. Vor unser aller Augen hat Gott mitten unter uns etwas von dem verwirklich, was er durch den Propheten Jesaja verheißen hat. Wir erleben ein Wunder. Schaut hin!

Predigt über Jesaja 66,10−14 vom 22. März 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.