Verständnis braucht kein Verstehen

Hallo Gemeinde! Manchmal verstehen wir einfach nicht, was in einem Menschen vorgeht. »Warum tut er das?« »Warum verhält er sich so?« »Warum trifft er so eine Entscheidung?« Manchmal weden wir uns dann von der Person ab. Es gibt aber auch Menschen, von denen wir uns nicht abwenden. Wir haben verstehen sie zwar nicht, haben aber Verständnis für sie. Wir haben Verständnis dafür, dass sie eine schwere Zeit durchmachen oder ihnen eine Sache ganz wichtig ist. Oft sind das die Menschen, die wir lieben.
Mit dem Glauben ist es ähnlich. Zum Glauben gehört viel Verstehen. Gott ist nicht einfach ein einziges großes Rätsel. Aber unsere Beziehung zu ihm geht weit über das Verstehen hinaus. Glaube ist Liebe, Freundschaft und Verständnis für Gott.

Predigt über Lukas 18,31-43 vom 23. Februar 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.

Bist du ein Priester oder ein Prophet?

Hallo Gemeinde! Im Jahr 600 vor Christus stritten im alten Israel Priester und Propheten miteinander. Für die Priester war Gott nur ein allmächtiger Ja-Sager, der immer genau das tut, was die Menschen gerade von ihm wollen. Die Propheten haben Gott ernster genommen. Sie wussten: Gott hat einen eigenen Willen und findet nicht automatisch alles gut, was die Gläubigen tun.
Bis heute teilen sich die Menschen, die an Gott glauben, in diese zwei Gruppen ein. Bis heute sind die einen eher wie die Priester damals und die anderen eher wie die alten Propheten. Was bist du – Priester oder Prophet?

Predigt über Hesekiel 2,1−3,3 vom 16. Februar 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.

Wer zuerst kommt, hat mehr Zeit

Hallo Gemeinde! Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das ist gerecht. Jedenfalls kommt es uns gerecht vor: Wer früher kam, kommt früher dran. Wer länger dabei ist, hat mehr Rechte als der, der neu dazugekommen ist.
Es gibt aber viele Situationen, da gilt das nicht. In der Notaufnahme im Krankenhaus werden Patienten mit schlimmeren Verletzungen vorgezogen. Vielleicht warten andere Patienten dadurch länger, aber Leben zu retten, ist eben wichtiger.
Auch bei Gott gilt eine andere Logik. Früher oder später, länger oder kürzer, mehr oder weniger spielt bei Gott keine Rolle. Aber gerade dadurch schafft Gott eine Gemeinschaft, in der Freude, Miteinander und Zusammenhalt im Vordergrund stehen und Neid und Missgunst keine Rolle spielen.

Predigt über Matthäus 20,1−16 vom 8. Februar 2020 in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.